Blixwerk

Preise erhöhen, Kunden weg? Samstag im Baumarkt

2026-10-31

Samstag, 11:30 Uhr, Baumarkt. Du stehst in der Fliesenabteilung, links ein Musterbrett in Grau, rechts eins in Salbei. Dein Partner hält beide hoch und fragt: „Und? Welche?“

Du sagst: „Die grauen.“ Aber du hast gar nicht hingesehen.

In deiner Jackentasche liegt der Brief der Hausverwaltung. Nebenkostennachzahlung. Du hast ihn heute Morgen überflogen, die Zahl gesehen und wieder zugeklappt. Seitdem läuft in deinem Kopf ein zweiter Film, und der hat mit Fliesen nichts zu tun.

Der Satz, der seit vier Jahren gleich ist

Du bist Texterin. Oder Webentwickler. Oder Übersetzerin, Fotograf, Coach. Such dir etwas aus, die Szene bleibt dieselbe.

Dein Stundensatz liegt bei 55 Euro. Genau so hast du ihn damals in dein erstes Angebot geschrieben, mit klopfendem Herz. Seitdem ist die Miete gestiegen. Der Strom auch. Die Krankenkasse sowieso. Dein Satz nicht.

Irgendwann hast du dir gesagt: „Nächstes Jahr erhöhe ich.“ Dann noch einmal. Und noch einmal.

Warum eigentlich nicht? Du kennst die Antwort, auch wenn du sie ungern aussprichst: Du hast Angst, dass sie gehen.

Nicht alle. Nur der eine Kunde, der seit Anfang an dabei ist und der dir jeden Monat verlässlich Arbeit schickt. Der, auf den du dich verlässt, wenn der Kontostand im Keller ist. Was, wenn er die Mail liest und einfach nicht mehr antwortet?

Das Kopfkino zwischen Regal 14 und 15

Dein Partner schiebt den Wagen weiter. Du läufst hinterher und spielst die Szene durch.

Du schreibst die Mail. Du löschst den ersten Satz, weil er zu fordernd klingt. Du löschst den zweiten, weil er zu entschuldigend klingt. Du schreibst „leider“ hinein, obwohl du gar nichts bedauerst. Du schreibst „aufgrund gestiegener Kosten“, weil das nach einer Ausrede mit Belegen klingt.

Und dann: Sendetaste. Stille. Zwei Tage lang kommt nichts, und jede Stunde liest du die Stille als Antwort.

So spielst du es durch, und so fühlt es sich an wie ein Risiko, das du dir nicht leisten kannst. Also lässt du es. Und zahlst den Preis dafür, nur eben leise. Jeden Monat ein bisschen. In Abenden, an denen du mehr arbeitest, als du wolltest. In einem leisen Groll gegen Kunden, die gar nichts dafür können, dass du nie etwas gesagt hast.

Das ist die Rechnung, die niemand schreibt.

Was du eigentlich nie ausgerechnet hast

An der Kasse piept der Scanner. Dein Partner zahlt, du hältst die Tüte mit den Fugenkreuzen.

Und da schießt dir ein Gedanke durch den Kopf, ganz unspektakulär: Du weißt gar nicht, ob 55 Euro zu wenig sind.

Du fühlst es. Aber du weißt es nicht. Du hast nie aufgeschrieben, was du im Monat mindestens brauchst. Wie viele Stunden du realistisch abrechnen kannst, wenn man Akquise, Mails, Buchhaltung und das Kundentelefonat von 40 Minuten abzieht. Was zwischen „ich verdiene ja irgendwie“ und „ich verdiene genug“ liegt.

Deine Angst war bisher ein Gefühl. Ein großes, diffuses Gefühl. Und gegen ein Gefühl kannst du nicht argumentieren, nicht mal vor dir selbst.

Das ist der Moment, in dem sich etwas verschiebt. Nicht weil du plötzlich mutig wirst. Sondern weil du merkst: Vielleicht brauchst du gar keinen Mut. Vielleicht brauchst du erst einmal eine Zahl.

Wie ein ruhiger Montag klingt

Stell dir vor, es ist Montag, 9:15 Uhr. Kaffee neben der Tastatur.

Du hast einen Wert vor dir, den du selbst ausgerechnet hast. Ohne Schönrechnen, ohne Bauchgefühl. Dein Mindestsatz steht da, schwarz auf weiß. Dein Tagessatz auch. Du schaust darauf und denkst nicht: „Das traue ich mich nie zu verlangen.“ Du denkst: „Aha. So sieht das also aus.“

Die Mail an deinen langjährigen Kunden schreibst du trotzdem nicht ohne Herzklopfen. Aber der Ton ist ein anderer. Kürzer. Ruhiger. Ohne drei Entschuldigungen im Vorspann. Du schreibst, was ab wann gilt, und bedankst dich für die gute Zusammenarbeit. Das „leider“ bleibt weg, weil es nicht stimmt.

Vielleicht sagt dein Kunde ja. Vielleicht verhandelt er. Vielleicht ist er für einen Moment still, und du hältst es aus, weil du weißt, wo deine Untergrenze liegt. Das ist der eigentliche Unterschied. Du hast etwas, woran du dich festhalten kannst, während du wartest.

Und am Abend schaust du auf deine Rechnungen und fühlst dich nicht mehr wie jemand, der sich durchmogelt. Eher wie jemand, der ein kleines Unternehmen führt. Mit Preisen. Die einen Grund haben.

Und die Fliesen?

Sie sind übrigens grau geworden. Dein Partner hat den Ausschlag gegeben, weil du ohnehin nicht zugehört hast.

Aber auf der Heimfahrt, die Tüte mit den Fugenkreuzen auf dem Schoß, hast du dir etwas vorgenommen. Nichts Dramatisches. Nur dies: Heute Abend rechnest du einmal nach. In Ruhe. Mit einem Stift und einer leeren Seite, oder gleich in einer Tabelle, die dir die Rechenarbeit abnimmt.

Denn eine Preiserhöhung beginnt selten mit der Mail. Sie beginnt damit, dass du deine eigene Zahl kennst.

Ein kleiner Anfang

Wenn du dich in dieser Fliesenabteilung wiedererkannt hast: Wir haben einen kostenlosen Rechner für deinen Mindest-Stunden- und Tagessatz gebaut, dazu eine saubere, druckbare Rechnungsvorlage mit automatischer Summe, Steuerzeile und Fälligkeitsdatum. Es ist eine Excel-Datei, die Oberfläche ist auf Englisch, die Handhabung ist selbsterklärend. Du bestimmst selbst, was sie dir wert ist.

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Das Ergebnis ersetzt keine Beratung durch Steuerberater oder Steuerberaterin. Es gibt dir nur eine Zahl, mit der du in das nächste Gespräch gehen kannst.

Eine beispielhafte Geschichte, geschrieben mit KI-Unterstützung.

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