Kunde will 90 Tage Zahlungsziel? Der Videocall um 11:20
2026-10-18
Donnerstag, 11:20 Uhr. Auf dem Bildschirm sechs kleine Kacheln, in einer davon die Einkaufsleiterin eines Maschinenbauers aus dem Münsterland. Sie lächelt freundlich. Der Auftrag ist gut: ein kompletter Erklärfilm-Satz für die neue Produktlinie, drei Monate Arbeit, fast so viel wie sonst ein halbes Jahr.
Du hast gerade „Das klingt super“ gesagt. Und dann sagt sie den Satz, ganz beiläufig, wie man eine Postleitzahl vorliest:
„Zahlungsziel sind bei uns übrigens 90 Tage netto.“
Deine Kamera zeigt weiter dein Gesicht. Du hoffst, dass es lächelt.
Der Wasserkocher, der zu laut ist
Nennen wir dich Mara. Du schneidest Videos, seit sechs Jahren allein, in einer Wohnung mit Blick auf den Hinterhof. Dein Kopf rechnet schon, während du nickst. Die Miete ist am Ersten fällig. Die Krankenkasse bucht ab. Dein Laptop hat letzte Woche so komisch gelüftet, dass du dich nicht traust, an einen Ersatz zu denken.
90 Tage. Du arbeitest im November, und das Geld kommt irgendwann im Februar. Vielleicht. Wenn die Rechnung nicht in einem Postfach landet, das niemand leert.
„Okay, das schaue ich mir an“, hörst du dich sagen. Das ist weder ein Ja noch ein Nein. Es ist der Satz, den man sagt, wenn man Zeit kaufen will.
Der Call endet. Du klappst nichts zu, du stehst einfach auf und gehst in die Küche. Der Wasserkocher ist heute unerträglich laut. Du stehst davor und denkst: Ein richtiger Betrieb hätte jetzt eine Antwort. Ein richtiger Betrieb hätte Rücklagen, einen Plan, vielleicht sogar jemanden, der „Buchhaltung“ heißt.
Was dich daran wirklich beschäftigt
Es ist gar nicht nur die Zahl. Es ist das Gefühl, bitten zu müssen. Wenn du jetzt Nein sagst, verlierst du einen schönen Auftrag. Wenn du Ja sagst, finanzierst du ein Unternehmen mit deinem Konto, ohne dass jemand dich gefragt hätte.
Und dahinter wartet das Zweite, das du niemandem erzählst: Du weißt gar nicht genau, wie du später damit umgehst, wenn das Geld dann nicht nach 90 Tagen da ist. Du kennst das Gefühl schon. Die Rechnung steht seit Wochen offen, du schreibst eine Mail, löschst sie, schreibst sie neu. Klingt sie zu hart? Zu weich? Zu bettelnd?
Am Abend sitzt du mit deiner Schwester am Telefon. „Dann sag halt, du willst das früher“, sagt sie. Als wäre das ein Schalter. Du lachst und fühlst dich kein bisschen leichter.
Der Gedanke im Supermarkt
Am Samstag stehst du in der Schlange bei Rewe. Vor dir ein Mann mit einer Kiste Mineralwasser und einer Tüte Katzenfutter. Du schaust auf das Display der Kasse und denkst plötzlich nicht an den Einkaufsleiterin-Call, sondern an etwas anderes.
Das Problem ist nicht, dass jemand 90 Tage sagt. Das Problem ist, dass du nie sicher bist, was dann passiert. Ob du ruhig reagieren kannst. Ob du weißt, wann du was schreibst. Ob du überhaupt siehst, was bei dir gerade offen ist, ohne dass dir flau wird.
Du hast zwei Dinge immer vermischt: die Frage, was du dem Kunden anbietest, und die Frage, wie du mit Geld umgehst, das spät kommt. Die erste Frage darfst du in Ruhe verhandeln. Du kannst überlegen, ob du zum Beispiel vorschlägst, den Auftrag in Etappen zu rechnen. Ob du das Angebot anders aufbaust. Ob es ein Kunde ist, den du so willst. (Was für dich passt, entscheidest du, am besten mit jemandem, der deine Zahlen kennt, etwa deiner Steuerberaterin.)
Die zweite Frage ist die, die dich nachts wachhält. Und die lässt sich ruhiger machen, als du denkst.
Ein Montag, an dem nichts brennt
Stell dir vor, es wäre Montagmorgen, 8:40 Uhr. Dein Kaffee ist noch heiß. Du öffnest eine einzige Liste, und da steht alles: Wer dir noch Geld schuldet, seit wann, und was als Nächstes dran ist. Nicht als Gefühl, sondern als klare Zeile.
Bei einer Rechnung steht: „Erinnerung senden.“ Bei einer anderen: „Noch nichts tun, Frist läuft.“ Du hast die passende Mail schon in der Schublade, freundlich und gerade, in deinem Ton. Du musst nicht neu überlegen, wie man höflich fragt, ob jemand bezahlt hat. Du kopierst, passt zwei Wörter an, schickst sie ab.
Drei Minuten. Dann machst du den Schnitt fertig, an dem du gestern hängen geblieben bist.
Auch ein langes Zahlungsziel verliert dann seinen Schrecken. Nicht weil es angenehm wird, sondern weil du weißt, wann das Geld erwartet wird, was du bis dahin planst und was du tust, wenn der Tag kommt und nichts da ist. Du bist dem Kalender nicht mehr ausgeliefert, du bist ein bisschen vor ihm.
Du merkst das daran, dass du beim Angebot an die Einkaufsleiterin nicht mehr um den heißen Brei schreibst. Du schreibst einfach, was für dich funktioniert. Ob sie zustimmt oder nicht, deine Stimme klingt dabei nach dir.
Der Abend, der dir gehört
Am Donnerstag darauf antwortest du ihr. Ein paar klare Sätze, kein Entschuldigen. Danach klappst du den Laptop zu und gehst um sechs tatsächlich raus, Richtung Kanal. Die Luft riecht nach nassem Laub. Die Entscheidung ist nicht abgenommen, aber sie ist kleiner geworden, weil du die Folgen nicht mehr als Nebel denkst, sondern als Plan.
So fühlt sich Ruhe im Kopf an, wenn du für dich arbeitest: Nicht, dass nie etwas spät kommt. Sondern dass du nicht jedes Mal bei null anfängst.
Wenn du dich in Mara wiedererkennst
Vielleicht kennst du den Moment mit der Kachel und dem „netto 90“. Oder du kennst die Mail, die du dreimal schreibst und nie abschickst. Dann könnte ein ruhiges Set an Vorlagen und eine Übersicht, die dir sagt, was als Nächstes ansteht, genau das Richtige sein.
Genau dafür haben wir das Chase Money Without Begging – Payment Reminder Email Kit & Overdue Tracker gemacht: 12 ruhige Erinnerungs-Mails (Englisch und Deutsch), ein Eskalations-Zeitplan als PDF und eine Excel-Übersicht, die dir den nächsten Schritt zeigt. Das Produkt selbst ist auf Englisch, die Mails liegen auch auf Deutsch bei. Es ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung, es hilft dir nur, den Überblick zu behalten. Und wenn es dir nicht hilft, bekommst du innerhalb von 30 Tagen dein Geld zurück, ohne Fragen.
Eine beispielhafte Geschichte, geschrieben mit KI-Unterstützung.