Nebenberuflich: Stundensatz nach Steuern? Mittagspause
2026-11-02
Es ist 12:20 Uhr, und Lena sitzt im Auto auf dem Firmenparkplatz. Die Thermoskanne steht im Getränkehalter, das Käsebrot liegt unausgepackt auf dem Beifahrersitz. Auf dem Handy leuchtet eine Mail.
„Hallo Frau Brandt, wir suchen jemanden für Produkttexte, ca. 20 Seiten. Was kostet Sie eine Stunde?“
Lena arbeitet vormittags im Büro eines Maschinenbauers. Abends und am Wochenende schreibt sie nebenher Texte. Seit einem halben Jahr hat sie ein Gewerbe, eine Handvoll Kunden und zwei Rechnungen, auf die sie stolz ist. Aber diese Frage hat sie bisher immer mit einem Ausweichen beantwortet.
Du kennst das vielleicht. Der Cursor blinkt. Du tippst „35 Euro“, löschst es wieder. Dann „45“. Dann starrst du auf die Windschutzscheibe, als stünde die Antwort irgendwo zwischen den Regentropfen.
Die Zahl, die sich nicht anfühlt wie deine
Das Problem ist nicht, dass Lena keine Zahl nennen könnte. Sie könnte zehn nennen. Das Problem ist, dass keine davon auf etwas steht.
Sie weiß, was ein Stundenlohn im Angestelltenjob ist. Der steht auf der Abrechnung. Aber was bleibt von einer Stunde Selbstständigkeit am Ende bei ihr hängen? Da ist das Finanzamt, irgendwo im Hintergrund. Da ist die Krankenversicherung. Da sind die Stunden, in denen sie keinen Text schreibt, sondern Angebote, Mails, Rechnungen. Und da ist das leise Gefühl, dass eine Stunde Arbeit nie nur eine Stunde Arbeit ist.
Sie hat im Internet gesucht. Drei Foren, zwei Videos, eine Tabelle mit Formeln, die sie nach vier Minuten wieder zugemacht hat. Jede Quelle hatte eine andere Zahl. Jede klang sicher.
So hat Lena bisher geschätzt. Nach Bauchgefühl, nach dem, was „man so nimmt“, nach dem, was nicht zu frech klingt. Und jedes Mal, wenn ein Kunde sofort Ja sagte, kam ein kleiner Stich hinterher: Zu billig?
Was die Unsicherheit still kostet
Sie kostet keine Riesensumme auf einmal. Sie kostet in kleinen Stücken.
Ein Samstagnachmittag, an dem Lena am Schreibtisch sitzt, obwohl draußen die Sonne scheint, und sich fragt, ob sich das gerade überhaupt lohnt. Ein Angebot, das sie später wieder aufmacht, weil sie unsicher ist, ob die Zahl darin stimmt. Ein Kundengespräch, in dem sie den Preis schnell und leise sagt, als würde er dadurch kleiner.
Und darunter die Frage, die sie niemandem stellt: Bin ich eigentlich eine richtige Selbstständige, wenn ich nicht mal weiß, was meine Stunde kosten muss?
Dabei ist das keine Frage von Talent. Es ist eine Frage von Überblick. Wer nicht sieht, was er braucht, kann nicht ruhig sagen, was er verlangt.
Der Satz einer Kollegin
Am Nachmittag davor, in der Kaffeeküche, hatte eine Kollegin beiläufig gesagt: „Ich rechne bei meinem Nebenjob erst aus, was ich mindestens brauche. Dann weiß ich, wo unten ist. Alles darüber ist Verhandlungsspielraum.“
Lena hatte genickt und nichts gesagt. Jetzt, im Auto, kommt der Satz zurück.
Wo unten ist.
Sie hatte die ganze Zeit nach der perfekten Zahl gesucht. Nach der einen richtigen Antwort. Dabei braucht sie vielleicht nur eine Untergrenze. Eine Zahl, die sie selbst nachvollziehen kann und bei der sie nicht schlucken muss. Keine Steuerberatung, keine Garantie, nur ein ehrlicher Blick auf das, was sie zum Leben und Arbeiten braucht, und darauf, wie viele Stunden dafür wirklich abrechenbar sind.
Sie isst das Käsebrot. Sie antwortet dem Interessenten noch nicht. Sie schreibt nur: „Danke für Ihre Anfrage, ich melde mich heute Abend mit einem Vorschlag.“
Zum ersten Mal klingt das nicht wie eine Ausrede.
Ein ganz normaler Montag, später
Stell dir vor, wie dieser Moment ein paar Wochen später aussieht.
Montagmorgen, kurz vor neun. Im Büro läuft der Rechner hoch, die Kaffeemaschine zischt. Auf dem Handy kommt eine neue Anfrage. Wieder die Frage: Was kostet eine Stunde?
Lena liest sie in Ruhe. Sie muss nicht rechnen, nicht googeln, nicht erst einen Tag Bedenkzeit erbitten. Sie kennt ihre Untergrenze. Sie weiß, was ein ganzer Tag mindestens bringen muss, damit sich die Sache für sie trägt. Und sie weiß, dass sie darüber ruhig verhandeln kann, aber nicht darunter.
Sie schreibt ihren Satz, schickt die Mail ab und trinkt ihren Kaffee. Ihr Puls ist unverändert.
Am Abend, wenn der Auftrag steht, schickt sie eine saubere Rechnung raus, mit Summe, Steuerzeile und Fälligkeitsdatum. Ohne Fummelei, ohne Zweifel, ob das professionell aussieht. Der Abend gehört ihr. Der Samstag auch.
Das ist kein Wunder. Es ist einfach das Gefühl, dass die eigene Zahl auf festem Boden steht.
Wenn du dich im Auto wiedererkennst
Vielleicht sitzt du gerade nicht auf einem Firmenparkplatz, sondern im Zug, in der Küche oder auf dem Sofa. Die Frage ist dieselbe: Was darf meine Stunde kosten, wenn am Ende auch noch etwas bei mir bleiben soll?
Dafür haben wir bei Blixwerk eine kleine, kostenlose Hilfe gebaut: Know Your Rate – Free Freelance Rate Calculator + Invoice Template (Excel). Du findest damit deinen Mindest-Stunden- und Tagessatz und kannst danach direkt eine saubere, druckbare Rechnung mit automatischer Summe, Steuerzeile und Fälligkeitsdatum verschicken. Die Vorlage ist auf Englisch, die Zahlen sind aber schnell eingetragen. Sie ersetzt keine Steuerberatung, sie gibt dir nur eine ruhige Ausgangsbasis.
Du zahlst, was du magst, auch gern nichts.
Eine beispielhafte Geschichte, geschrieben mit KI-Unterstützung.