Blixwerk

Stunden im Monat abrechnen als Freiberufler? Die Kantine

2026-10-23

Die Kantine riecht nach Kartoffelsuppe und Spülmittel. Du stehst mit dem Tablett in der Schlange, vor dir zwei Leute aus der Buchhaltung deines Kunden. Du bist heute den dritten Tag vor Ort. Du bekommst einen Besucherausweis am Band und einen Platz am Ende des Flurs.

Hinter dir sagt jemand: „Ich hab noch drei Tage Urlaub, die muss ich bis März nehmen.“ Die andere antwortet: „Ich auch. Zum Glück läuft das Gehalt ja weiter.“

Du lächelst höflich. In deinem Kopf läuft etwas anderes.

Der Kalender sagt: voll. Das Konto sagt: na ja.

Nennen wir dich Jonas. Du bist Beratungsfreelancer, seit gut drei Jahren selbstständig. Du setzt dich mit der Suppe an einen Zweiertisch und öffnest auf dem Handy den Kalender.

Der Monat sieht ordentlich aus. Termine, Workshops, Fahrten, Telefonate. Kaum eine freie Lücke. Du denkst: Wenn ich so viel arbeite, müsste doch eigentlich mehr da sein.

Aber das Konto erzählt eine andere Geschichte. Es ist nicht dramatisch. Es ist nur knapp. Immer knapp genug, dass du vor dem Bezahlen an der Supermarktkasse kurz überlegst.

Und da ist diese Frage, die du keinem laut stellst, nicht einmal deiner Schwester: Wie viele Stunden im Monat kann ich eigentlich wirklich abrechnen? Und warum kommt davon so wenig bei mir an?

Die Stunden, die niemand bezahlt

Du löffelst die Suppe und rechnest nicht, du fühlst nur nach.

Da ist der Vormittag, an dem du ein Angebot geschrieben hast, das nie beauftragt wurde. Die Stunde im Zug, in der du die Folien noch einmal umgebaut hast. Die zwei Telefonate, bei denen es „nur kurz“ um etwas ging. Die Mail an einen Kunden, die du dreimal umformuliert hast, weil du den Ton nicht richtig fandest.

Dazu kommen die Dinge, die ganz allein deine sind: Rechnungen schreiben, Belege sortieren, den Steuerberater-Termin vorbereiten, Software, Fortbildung, der Tag, an dem du krank warst und trotzdem aufs Handy geschaut hast.

Alles Arbeit. Fast nichts davon steht später auf einer Rechnung.

Du merkst, was dich daran so müde macht. Es ist nicht die Menge an sich. Es ist, dass du nicht weißt, wie viel von deiner Zeit am Ende überhaupt Geld wird. Du schätzt. Du hoffst. Du sagst dir: „Passt schon.“

An einem Tag passt es. Am nächsten fühlt es sich an, als würdest du in einem Eimer mit Loch schöpfen.

Der Satz am Nachbartisch

Am Nebentisch lacht jemand. Eine Kollegin deines Kunden erzählt, dass sie ihre Wochenstunden reduziert hat und trotzdem „ganz gut hinkommt“. Das Gehalt ist ein Gehalt. Es kommt, egal ob der Tag voll war oder zäh.

Du beneidest sie nicht wirklich. Du würdest nicht tauschen. Aber du denkst: Bei mir hängt jeder Euro daran, ob ich eine Stunde verkauft habe. Und ich habe nie sauber hingeschaut, wie viele davon ich überhaupt verkaufen kann.

Du merkst, dass du dich all die Monate wie ein Angestellter mit unbegrenzter Zeit verhalten hast. Als wäre jeder Arbeitstag ein bezahlter Tag. Als wäre dein Stundensatz eine Zahl, die du dir irgendwann mal ausgedacht hast, weil sie nicht zu hoch klang.

Dabei ist dein Monat gar nicht so unbegrenzt. Er hat Grenzen, die du bisher nie aufgeschrieben hast. Und wer sie nicht kennt, plant gegen sie an.

Der Moment, in dem es leiser wird

Die Suppe ist kalt geworden. Du schiebst sie ein Stück zur Seite und bleibst einfach sitzen.

Es ist ein kleiner Gedanke, kein großer Plan: Vielleicht ist das Problem gar nicht, dass ich zu wenig arbeite. Vielleicht habe ich nur nie klar gesehen, was in einem Monat tatsächlich bezahlbar ist, und was mein Satz deshalb leisten muss.

Das Problem ist nicht Faulheit. Es ist nicht fehlendes Talent. Es ist ein Blick, der fehlt.

Und ein Blick lässt sich nachholen. Ein ehrlicher Blick auf deine echten Stunden, deine echten Kosten und das, was du am Ende zum Leben brauchst. Nicht, um dich schlecht zu fühlen. Sondern damit du bei deinem nächsten Preisgespräch nicht mit einer Zahl ankommst, die sich irgendwie richtig anfühlt, sondern mit einer, die du kennst.

Du merkst, wie sich in der Brust etwas löst. Das Gefühl, dass du den Monat nicht mehr nur überlebst, sondern ihn verstehen darfst.

Ein ganz normaler Montag, danach

Stell dir vor, wie das aussieht, wenn es ruhiger geworden ist.

Montag, kurz nach acht. Du setzt dich mit dem Kaffee hin und weißt ungefähr, wie viele Stunden dieser Monat für Kunden hergibt. Und wie viele er für alles andere braucht, ohne dass du dich dafür entschuldigen musst.

Ein Kunde fragt nach einem Zusatztermin. Du schaust kurz auf deine Zahlen, nicht in Panik, sondern wie auf eine Wanderkarte. Dann sagst du Ja, oder Nein, oder „Das geht, aber dann verschiebt sich etwas anderes“. Ohne Herzklopfen.

Deine Rechnung sieht sauber aus und geht noch am selben Tag raus. Dein Satz steht dort nicht mehr als Hoffnung, sondern als Ergebnis einer Rechnung, die du verstehst.

Um sechs klappst du den Laptop zu. Nicht, weil alles erledigt ist, sondern weil du weißt, dass der Monat trägt.

Wenn du dich in der Kantine wiedererkannt hast

Vielleicht hast du dieselbe Frage im Hinterkopf wie Jonas. Dann gibt es einen kleinen, freundlichen ersten Schritt: dir einmal in Ruhe auszurechnen, was du mindestens pro Stunde und pro Tag brauchst, damit der Monat aufgeht. Und danach eine saubere Rechnung zu schreiben, die zu dieser Zahl passt.

Genau dafür gibt es den Know Your Rate – Free Freelance Rate Calculator + Invoice Template. Es ist eine Excel-Datei mit automatischen Summen, Steuerzeile und Fälligkeitsdatum, kostenlos (du zahlst, was du magst). Die Vorlage selbst ist auf Englisch, die Gedanken dahinter sind dieselben. Sie ersetzt keine Steuerberatung, sie hilft dir nur, deine Zahlen zu sehen.

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Die Kantine leert sich. Du stellst das Tablett ab, gehst zurück an deinen Platz am Flurende und weißt: Der Monat ist nicht das Problem. Du hast ihn nur noch nie richtig angeschaut.

Eine beispielhafte Geschichte, geschrieben mit KI-Unterstützung.

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